SoTech Network, die Standortförderung espaceSOLOTHURN, die Solothurner Handelskammer sowie Bosch/Scintilla AG luden zu drei fundierten Referaten ein. Unsere wichtigsten Learnings aus der Praxis – und was sie für Führung, Positionierung und erfolgreiche Zusammenarbeit in interkulturellen Teams bedeuten.
Interkulturelle Zusammenarbeit ist kein Randthema mehr
Globale Teams, internationale Fachkräfte und kulturell diverse Arbeitsumfelder sind heute Realität – insbesondere in technischen und naturwissenschaftlichen Berufsfeldern. Die Frage ist längst nicht mehr, ob interkulturelle Zusammenarbeit stattfindet, sondern wie sie gestaltet wird.
Die zentrale Frage des Abends: Wiee positioniere ich mich in interkulturellen Teams? Ein Thema mit hoher Relevanz für Führungskräfte, Projektleitende und Organisationen, die langfristig erfolgreich sein wollen. Der Anlass fand bei Bosch / Scintilla AG statt und brachte Fachpersonen aus Industrie, Technologie, Bildung und Beratung zusammen.
Unsere erste Erkenntnis:
«Klarheit beginnt bei der eigenen Haltung.»
Ein roter Faden zog sich durch alle Referate:
Interkulturelle Kompetenz beginnt nicht beim Gegenüber, sondern bei der eigenen Positionierung.
Wer in diversen Teams wirksam sein will, muss sich selbst gut kennen: Welche Werte vertrete ich? Wie kommuniziere ich Erwartungen? Wie gehe ich mit Unsicherheit, Ambiguität und unterschiedlichen Arbeitsstilen um? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, entsteht Orientierung – für sich selbst und für andere. Ohne diese innere Klarheit entstehen Missverständnisse, die oft fälschlicherweise «kulturell» erklärt werden, tatsächlich aber strukturell oder kommunikativ bedingt sind.
Teamwork, das trägt – Kommunikation als Schlüssel im internationalen Kontext
Input-Referat durch Mark Moser, FHNW
Mark Moser, Dozent für interkulturelle Kommunikation an der FHNW, machte in seinem Referat einen wichtigen Punkt deutlich: Missverständnisse in internationalen Teams entstehen selten primär aus kulturellen Unterschieden. Häufiger liegen sie in unausgesprochenen Erwartungen, unklarer Kommunikation oder fehlenden gemeinsamen Bezugsrahmen.
Statt Unterschiede zu überbetonen, plädierte er dafür, den Fokus bewusst auf Gemeinsamkeiten zu legen – als Basis für Vertrauen, Orientierung und Zusammenarbeit.
«Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht nicht durch das Betonen von Unterschieden, sondern durch das Erkennen von gemeinsamer Grundlagen.»
Kultur sei weniger Ursache als Kontext, in dem Kommunikation stattfindet. Entscheidend sei, wie explizit Teams über Erwartungen, Entscheidungswege und Feedback sprechen. Dort, wo Kommunikation klar und bewusst gestaltet wird, verlieren kulturelle Zuschreibungen an Bedeutung – und Zusammenarbeit wird tragfähig.
Mark Moser, Dozent für Interkulturelle Kommunikation, Unternehmenskommunikation und Konflikttransformation, FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz
Warum solche Impulse für unsere Arbeit relevant sind
Marken werden von Menschen geführt. Unternehmenskultur prägt Markenwirkung. Und Positionierung beginnt immer intern. Interkulturelle Kompetenz, klare Haltung und bewusste Kommunikation sind heute zentrale Voraussetzungen für glaubwürdige Markenführung – insbesondere in technologiegetriebenen Unternehmen.
Als Branding Concierge ist es unser Anspruch, solche Entwicklungen nicht isoliert zu betrachten, sondern in einen grösseren Zusammenhang zu setzen. Wir besuchen gezielt Fachanlässe, hören zu, reflektieren und übersetzen Erkenntnisse in strategische Klarheit für unsere Kundinnen und Kunden.
Unser Fazit
Interkulturelle Zusammenarbeit ist kein «Soft Skill». Sie ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Organisationen, die Vielfalt ernst nehmen, brauchen mehr als gute Absichten. Sie brauchen Klarheit – in Haltung, Kommunikation und Führung. Genau dort setzt unsere Arbeit an. Nicht bei Schlagworten. Sondern bei Substanz.
Bildquelle: Robert Bosch AG + Sabrina Mulas, eingebrandt GmbH



